Die Jahreszeiten der Alexandra...

Paul Lammers, 14.03.2006

Ganz dichter Schnee, er fällt ganz leise,
sanft schweben die Flocken hernieder zur Erde.
Eine malerische Welt, auf ganz eigene Weise,
in der im Marmor einer Grabesstätte,
in welchem die Buchstaben, untief eingraviert,
angefüllt sind mit kristallklar gefrorenem Wasser,
und so den Namen eines Menschen imaginär halbiert.

Die Wurzeln der Bäume am Grabe dahinter,
ernähren sich von den zerfallenden Blättern,
allmählich entschwindet der kalte Winter.
Die Natur erwacht wieder zu neuem Leben,
und lässt ihre grüne Decke für uns sprießen.
So zeigt auch der letzte Ruheplatz eines Menschen,
dass wir dem ewigen Kreislauf der Natur unterliegen.

Wolkengebilde werden zunehmend dünner, welche,
von der heißen Sonne jetzt allmählich ausgetrocknet.
Die Bienen berühren die geschenkten Blütenkelche,
und summend verbreiten sie die Samen wie Musik,
während die blätterschweren Zweige im Sommerwind,
eine Verbeugung andeuten entlang des Grabes,
als wollten sie sagen, auch ich bin dieser Erde Kind.

Zwischen die Bäume kriecht jetzt der Nebel,
wie dichte Luft legen unzählige Tropfen,
sich mit den Blättern auf das Grab und daneben.
Auf dem Sterbebett bleiben sie zusammen liegen,
beschirmend, wie einst von ihr so schön besungen,
am letzten Ruheplatz der Sängerin Alexandra,
hier ist die klingende mit der irdenen Stimme verschlungen.

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