"Sehnsucht" heißt mein Lied: Alexandra

Veranstaltung mit Tirzah Haase und Armine Ghuloyan am 26.03.2015 in Essen

Rund 50 Besucherinnen und Besucher ließen sich im Rahmen einer Veranstaltung der "Literarischen Gesellschaft zur Förderung der Kaffeehauskultur e.V." von "Sehnsucht" heißt mein Lied: Alexandra in Essen begeistern.
Literatur, Theater und Musik umfasste das abwechslungsreiche Programm rund um die Sängerin Alexandra, die mit ihrer rauchigen und unverwechselbaren Stimme in den 60er Jahren Furore machte.

Bericht: Udo Leber
Fotos: Copyright © 2015 Udo Leber

Tirzah Haase (Gesang, Text) berichtete über das Leben der als Doris Treitz geborenen Sängerin und sang ihre Lieder, verfeinert mit Gesten und ausdrucksstarken Gebärden.

Sie nennt die Vorstellung nach eigenen Angaben "Chanson Biografie", und hat diese nach ihrer Angabe schon seit 30 Jahren geplant, aber jetzt erst verwirklicht, da sie sich Alexandra verbunden fühlt.
Sie hält sich weitestgehend an die Biografie von Marc Böttcher, erwähnt aber nur wesentliches über Alexandra, auf detaillierte Einzelheiten und Namen (nicht alle) wird verzichtet.

Der Abend begann mit dem Polizeibericht über den Verkehrsunfall, der nicht nur das Leben Alexandras, sondern auch eine künstlerische Entwicklung auf dem besten Weg zu einer Weltkarriere beendete.
Das von Alexandra selbst geschriebene Lied "Mein Freund, der Baum", welches erst nach Ihrem Tod ein Hit wurde, zog sich als roter Faden durch den Abend im Essener Church Restaurant.

Restaurant Church
Restaurant Church in Essen
Signierte Eintrittskarte
Von den Künstlerinnen signierte Eintrittskarte

Tirzah Haase und Alexandra hatten die gleiche Schauspielschule in Hamburg (Margot Höpfner) besucht, Tirzah Haase elf Jahre nach demTod Alexandras, aber so wurde schon früh eine Verbindung zwischen den beiden Sängerinnen hergestellt. Damals hingen laut Frau Haase in dem gleichen Raum noch Alexandra Bilder an der Wand.

Die Künstlerin hatte viel zu erzählen, über Jet-Set, Glamour, Kalten Krieg und Geheimdienste – das waren Stoffe, aus denen sich die Legende um Alexandra speiste. Passende Lieder Alexandras wurden dabei in ihre Lebensgeschichte eingebaut (15 Lieder). Sie sieht zwar ganz anders aus als Alexandra (kurze Haare), aber ihre Gesangsstimme kommt überraschenderweise der von Alexandra SEHR nah.

Das Lied "Zigeunerjunge", an dem schon andere Interpreten wegen der schnellen Silbenfolge gescheitert waren, setzte Alexandra mit großer Leichtigkeit und ausdrucksstark um, es war eines ihrer Lieblingslieder.
1968 war es eines der meist gespielten Titel und kam auch bei dem Publikum in Essen besonders gut an, viele summten mit.
"Sehnsucht", eines der anderen bekannten Lieder, lehnte Alexandra ab und wollte es zuerst nicht singen. Und so wollte es auch Tirzah Haase erst ihren Gästen vorenthalten, was bei den meisten Besuchern aber Bedauern hervorrief. Als sie es dann zum Schluss doch noch vortrug, war das Publikum begeistert.

Durch den Abend begleitet wurde Tirzah Haase auf einem Keyboard (Klavier war aufgrund des kleinen Raumes nicht realisierbar) von der Pianistin und Konzertmeisterin Armine Ghuloyan, die international als Solistin und Liedbegleiterin unterwegs ist.
Tirzah Haase und Armine Ghuloyan

Armine Ghuloyan  Tirzah Haase 

Nach zwei unterhaltsamen Stunden (incl. 30 min Pause) endete die Vorstellung.
Mit lang andauernden Applaus honorierten die überwiegend weiblichen Gäste die hervorragenden Erzählungen, Lied- und Klavierdarbietungen.

Frau Haase ist auch noch mit anderen Vorstellungen unterwegs, die Alexandra-Vorstellungen sind auch nicht neu, sie war schon 2014 damit unterwegs.
Die nächste Aufführung dieses Stückes findet am 07.05.2015 in Castrop-Rauxel statt, weitere sind für September 2015 geplant.

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