Alexandra-Exponate im LVR-Freilichtmuseum Kommern

Bericht: Roland Simons
Fotos: Copyright ©2019 LVR-Freilichtmuseum Kommern

Im LVR-Freilichtmuseum in Kommern fand die Ausstellung "Zeitblende 1969" statt.
Die "Zeitblenden" fingen mit dem 50jährigen Bestehen des Freilichtmuseums an. Somit wurde die Zeit vor fünfzig Jahren im Museum thematisiert:

Zeitgenössische Autos fuhren durch das Museum, Mitarbeiter des Museums, aber auch Besucher, kleideten sich in zeitgenössischer Kleidung, Musik der damaligen Zeit war zu hören, usw.
Das ganze ging in chronologischer Reihenfolge, und somit war dieses Jahr das Jahr 1969 dran. Für mich war klar, dass ich versuchen würde, meine Lieblingssängerin Alexandra in die Ausstellung zu bringen, um an sie und ihre Lieder zu erinnern.

Als in der Zeitung ein entsprechendes Inserat veröffentlicht wurde, dass man das Jahr 1969 thematisiert und Exponate für die Ausstellung sucht, machte ich einen Termin mit dem Museum aus.

Ich finde es sehr schön, dass das Museum meinen Vorschlag angenommen und der Sängerin Alexandra einen Platz in der "Zeitblende 1969" gegeben hat.

Alexandra blieben für ihre Karriere gerade einmal zwei kurze Jahre. Sie war eine Ausnahme-Sängerin. Die Stimme berührte mich schon als Kind. Ihre Lieder sind voller Menschlichkeit und irgendwie zeitlos. "Schwarze Engel" beispielsweise ist eines von ihren vielen zeitlosen Liedern, die im August 1968 auf ihrer zweiten LP veröffentlicht wurde (im April 1968 wurde Martin Luther King ermordet). Ebenso dazu gehören die Lieder "Der Traum vom Fliegen", "Illusionen", "Was sind wir Menschen doch für Leute", "Mein Freund, der Baum" und viele weitere.

So ungewöhnlich wie ihr Karrierestart, der sofort mit einer LP anfing, verlief auch ihre Karriere. Ich glaube, Alexandra hat in diesen kurzen zwei Jahren mehr geschafft als viele ihrer Kollegen, gemessen an diesem kurzen Zeitraum. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Alexandra eine Weltkarriere geschafft hätte, und um so schmerzlicher ist es zu wissen, das sie den Lohn ihrer harten Arbeit eigentlich nie wirklich erleben durfte.

In insgesamt sechs Sprachen (deutsch, englisch, französisch, russisch, spanisch und hebräisch) sang Alexandra ihre Lieder, und bis 1976 wurden 56 Lieder auf Schallplatte veröffentlicht, und das nicht nur in Deutschland.

Sehr schön von ihr finde ich ebenfalls, dass sie zu ihrer eigenen Meinung stand: Nachdem dem Zusammenwirken mit Udo Jürgens erwähnte sie, dass sie "ein bisschen stolz" sei, dass Udo Jürgens ihr ein Lied geschrieben habe, und auch der Reinfall bei ihrem Auftritt in Brasilien mit diesem Lied konnte daran nichts ändern:
"Illusionen ist für mich eins der schönsten Lieder."
Ich glaube, wohl die wenigsten Künstler (leider) hätten so reagiert wie Alexandra es getan hat.

Grund genug, um in dieser Ausstellung an sie zu erinnern, und vielen herzlichen Dank (auch im Namen des Alexandra-Freunde e. V.) an alle, die mein Vorhaben so hilfreich und toll mit unterstützt haben, insbesondere bei Frau Ann-Franziska Heinen und dem Direktor des Freilichtmuseums, Herrn Dr. Josef Mangold!

 

Vitrine mit Alexandra-ExponatenTexttafel Zeitblende 1969

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