Rothenburgsort - Memoiren eine Stadtteils

Eine literarisch-musikalische Reise durch die Geschichte von Rothenburgsort

Bericht: Thomas Stoye und Jürgen Schlickeisen
Fotos: Copyright ©2017 Thomas Stoye und Jürgen Schlickeisen

Am 18.06.2017 besuchten Thomas Stoye und ich die oben genannte Veranstaltung im PEM-Theater in Hamburg-Rothenburgsort. Dort wird Kunst und Kultur außerhalb des Mainstreams angeboten.
Es ist aber nicht nur ein Theater, sondern auch ein Kulturzentrum für emotionale Bildung mit Aus- und Weiterbildungsangeboten im Rahmen der P.E.M.-Methodik.

"Unser Ziel ist es, Menschen den bewussten Umgang mit ihren Emotionen zu ermöglichen."
Özlem Winkler-Özkan (Leiterin PEM Center Hamburg)

Das Theater befindet sich erst seit 2015 an den Elbbrücken in einer ehemaligen Lagerhalle, die sehr gut für Theaterzwecke ausgebaut wurde. Es wird schon sehr gut angenommen von Besuchern aus Rothenburgsort und Umgebung.

Als Theaterbühne mit den verschiedensten Theater- und Konzert-Programmen hat es eine sehr schöne und harmonische Atmosphäre. Die Leiterin ist Özlem Winkler-Özkan, die zusammen mit ihrem vielfältig talentierten Team Chanson- und Kabarett-Abende und Lesungen präsentiert.
In dieser Vorstellung, die seit April auf dem Programm steht, geht es um die Geschichte von Rothenburgsort, und auch Alexandra als ehemalige Bewohnerin dieses Stadtteiles wird gebührend geehrt.
Beim Betreten des Theatersaals hörten wir ein schön und dezent im Hintergrund spielendes Piano. Ein Mitglied des Ensembles spielte "Im Sechsten Stock" von Alexandra.
Die Aufführung beginnt mit der Vorführung eines Filmes, in dem Özlem Winkler-Özkan und ihr Team Interviews mit zahlreichen Bewohnern des Stadtteils führen. Sehr intensiv, einfühlsam und mit großem Interesse an den Menschen und ihren Geschichten und Erlebnissen. Man erfährt sehr viel über die unterschiedlichen Bewohner, ihre Lebensgeschichten und wie sie in diesen Stadtteil eingebunden sind. Teilweise auch auf kreativ-lustige Art: So stellt z.B. am Anfang ein Hund, der mit seinem Herrchen spazierengeht, den Stadtteil aus seiner Perspektive dar.
Die schönen Plätze und Erlebnisse der Bewohner werden ebenso vorgestellt wie ehemalige schlimme und grausame Zeiten. So wird in Dialogen über das Grauen des Feuersturms im zweiten Weltkrieg berichtet. Dazu wird auch das Gedicht Kinderkreuzzüge von Bertold Brecht vorgetragen. Diese Darstellungen werden uns noch lange in Erinnerung bleiben. Sie waren in einzigartiger Weise tief bewegend und emotional, man hatte das Gefühl, man würde vor Menschen sitzen, die direkt von draußen aus dem Krieg kamen, verletzt und verzweifelt, und versuchten, das dort erlebte Grauen mit uns zu teilen. Die Aufgabe, Emotionen darzustellen, beherrscht das PEM-Team wirklich meisterhaft!

Auch über die Hamburger Sturmflut 1963 wird berichtet. Es ist ein informativer und unterhaltsamer Geschichtsunterricht gleichzeitig. So hätte man ihn sich früher in der Schulzeit gewünscht…!

Nun gab es eine kurze Pause, man konnte sich im Foyer mit Getränken erfrischen, und es gab auch Gelegenheit, sich mit den Mitgliedern des Ensembles und anderen Besuchern zu unterhalten.

Danach ging es weiter unter Beteiligung des Publikums: Özlem Winkler-Özkan interviewt einige der anwesenden Besucher und unterhält sich mit ihnen über ihre Verbindung zu Rothenburgsort. Und auch nach Alexandra wird gefragt.
Schließlich betritt Rita Pitterova die Bühne und berichtet ausführlich und mit großem Engagement über Alexandra und Rothenburgsort.

Sie informiert auch über unseren Verein der Alexandra-Freunde, was ebenfalls auf großes Interesse stößt. Außerdem hatte sie im Foyer des Theaters einen Stand aufgebaut mit LPs von Alexandra und Infomaterial über unseren Verein. Hierfür und auch für viele weitere Aktivitäten inner- und außerhalb des Theaters und ihr Engagement im Verein möchten wir uns herzlich bei ihr bedanken!

Nun betritt wieder Özlem Winkler-Özkan die Bühne. Sie singt mit klarer, feinfühliger und wunderschöner Stimme "Erstes Morgenrot" und mit viel Temperament "Im Sechsten Stock" von Alexandra. Begleitet wird sie dabei sehr schön am Piano und mit Schlagzeug von Mitgliedern aus dem Ensemble des Theaters, wofür alle anschließend vom Publikum mit großem Beifall bedacht werden.

 

Es ist schon etwas Besonderes, eine solche Veranstaltung erleben zu dürfen, ganz in der Nähe des Rothenburgsorter Marktplatzes, wo Alexandra lange gewohnt hat.

Es folgten noch weitere kurze Interviews mit den Besuchern, und zum Abschluss präsentierte Özlem Winkler-Özkan ein selbst komponiertes Lied über Rothenburgsort und die Elbe.
Es war ein sehr schöner und informativer Abend, der mit großem Beifall für die Schauspieler endete.

Nach der Vorstellung gab es noch ausführlich Gelegenheit, sich mit den anderen Besuchern und dem Ensemble des Theaters zu unterhalten. Wir waren auch sehr erfreut zu erfahren, dass eine Alexandra-Vorstellung in Planung ist. Es ist schön, dass nach der Umbennung der ehemaligen Straße "Am Haken" in den "Alexandra-Stieg" 2007 und der Anbringung einer Gedenktafel an Alexandras ehemaligem Wohnhaus im vergangenen Jahr in diesem Stadtteil nun weitere Aktivitäten stattfinden, die an unsere geschätzte Künstlerin erinnern!

Wir möchten uns ganz herzlich für die wirklich gelungene Vorstellung und die netten Gespräche bedanken und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen!

Nach der Sommerpause gibt es im Oktober 2017 weitere Termine für diese Vorstellung. Wer sich gerne einmal über den Stadtteil Rothenburgsort und Alexandra auf unterhaltsame und kurzweilige Art und Weise informieren möchte, dem können wir diese Veranstaltung nur ans Herz legen!

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